Ich freue mich über Playlists meiner Kunden

Manche Kunden sind zunächst unsicher und sagen: „Wir möchten dir aber auch nicht vorschreiben, was du spielen sollst.“

Keine Sorge.

Eine Playlist empfinde ich überhaupt nicht als Vorschrift.

Im Gegenteil: Sie macht mir meinen Job leichter.

Wenn mir jemand vor einer Veranstaltung 20, 30 oder auch 50 Songs schickt, die er besonders gerne hört, bekomme ich dadurch ein ziemlich gutes Gefühl für seinen Musikgeschmack.

Vielleicht entdecke ich darin bestimmte Jahrzehnte, Genres, Künstler oder Songs, die für diese Menschen offensichtlich eine besondere Bedeutung haben.

Ich muss später nicht jeden einzelnen Titel dieser Liste spielen. Aber ich weiß, auf welcher musikalischen Wellenlänge wir uns bewegen.

Eine Playlist nimmt mir nicht meine Freiheit als DJ. Sie gibt mir einen Kompass.

Denn genau dafür bin ich Event-DJ

Im Gegensatz zu einem Club-DJ, der häufig für einen bestimmten musikalischen Stil gebucht wird, hat ein Event-DJ eine andere Aufgabe.

Ein guter Event-DJ sollte unglaublich viel Musik kennen. Nicht nur sein persönliches Lieblingsgenre. Nicht nur die Musik, die gerade angesagt ist. Und nicht nur das, was er selbst gerne hört.

Bei einer Veranstaltung können völlig unterschiedliche Generationen, Nationalitäten und Musikgeschmäcker aufeinandertreffen.

Und genau darin liegt für mich der Reiz dieses Jobs.

Was verbindet diese Menschen musikalisch?

Manchmal ist es ein aktueller Hit. Fünf Minuten später vielleicht ein Song aus den Achtzigern. Dann plötzlich etwas aus den Neunzigern, Disco, Rock, Latin, R'n'B oder ein Lied aus einem ganz anderen Kulturkreis.

Wenn die Tanzfläche darauf reagiert, ist es für mich die richtige Musik.

Mehr über diesen Unterschied erzähle ich in „Club-DJ oder Event-DJ?“.

Ich liebe es, Menschen mit ihrem Lieblingssong zu überraschen

Das ist tatsächlich einer der schönsten Momente bei meiner Arbeit.

Ich weiß vielleicht aus unserem Vorgespräch, dass ein bestimmter Song für meinen Kunden eine besondere Bedeutung hat.

Und irgendwann kommt genau der richtige Moment.

Die ersten Takte laufen. Derjenige schaut plötzlich zum DJ-Pult. Und ich sehe dieses: „Oh mein Gott – sie spielt unseren Song!“

Ich liebe das.

Denn genau solche kleinen Momente machen eine Veranstaltung persönlich.

Ich spiele nicht für irgendeine anonyme Tanzfläche. Ich spiele für die Menschen, die an diesem Abend vor mir stehen.

Auch spontane Musikwünsche? Sehr gerne!

Natürlich.

Auch während der Veranstaltung dürfen Gäste jederzeit zu mir kommen und sich etwas wünschen.

Und auch darüber freue ich mich.

Denn ein Musikwunsch ist für mich gleichzeitig ein kleines Stück Information von der Tanzfläche.

Wenn plötzlich mehrere Gäste nach einer bestimmten Musikrichtung fragen, kann das ein ziemlich guter Hinweis darauf sein, was diese Gruppe gerade hören möchte.

Warum sollte ich das ignorieren?

Eine Party kann nur davon profitieren, wenn auf der Tanzfläche Songs laufen, die die Menschen kennen, lieben und gerade hören möchten.

Ein Musikwunsch ist keine Bestellung an der Bar

Wenn mir jemand einen Song nennt, kann es sein, dass er musikalisch perfekt passt. Dann spiele ich ihn vielleicht direkt als Nächstes.

Es kann aber genauso sein, dass wir gerade an einem völlig anderen Punkt der Party sind.

Dann merke ich mir den Wunsch und spiele ihn später.

Das ist ein wichtiger Teil der Arbeit eines DJs: Nicht nur zu wissen, WAS man spielt – sondern WANN.

Ein großartiger Song im falschen Moment kann völlig verpuffen. Derselbe Song eine Stunde später kann die Tanzfläche zum Explodieren bringen.

Deshalb nehme ich Wünsche sehr gerne entgegen – aber ich möchte trotzdem die Möglichkeit behalten, sie musikalisch sinnvoll in den Abend einzubauen.

Und dann gibt es die No-Go-Liste

Die finde ich mindestens genauso hilfreich wie eine Wunschliste.

Besonders bei Hochzeiten.

Denn dort treffen häufig wirklich Welten aufeinander: Großeltern, Eltern, Freunde, Kollegen, Kinder. Menschen Anfang zwanzig und Menschen über siebzig. Unterschiedliche Kulturen, Nationalitäten und natürlich völlig unterschiedliche Musikgeschmäcker.

Man kann es nicht jedem einzelnen Gast gleichzeitig recht machen.

Und genau deshalb gibt es für mich bei einer Hochzeit zwei Menschen, deren Entscheidung am Ende zählt: das Brautpaar.

Wenn das Brautpaar sagt: „Bitte kein Schlager“, dann gibt es keinen Schlager.

Auch wenn Onkel Klaus um Mitternacht zum fünften Mal danach fragt.

Wenn bestimmte Songs mit unangenehmen Erinnerungen verbunden sind, gehören sie ebenfalls auf die No-Go-Liste.

Wenn ein Genre überhaupt nicht zur Feier passt oder das Brautpaar es einfach nicht hören möchte, möchte ich das vorher wissen.

Denn es ist ihre Hochzeit.

Wie viel sollte man dem DJ also vorgeben?

Für mich ist die ideale Lösung eine Mischung.

Gebt mir eure Lieblingssongs. Gebt mir Songs, die unbedingt irgendwann laufen sollen. Zeigt mir Musikrichtungen und Künstler, die ihr liebt.

Und sagt mir genauso deutlich, was ihr auf keinen Fall hören möchtet.

Dann lasst mir dazwischen genügend Freiheit, um das zu tun, wofür ihr mich gebucht habt: den Raum zu lesen.

Zu beobachten, was auf der Tanzfläche passiert. Zu merken, wann die Energie steigt. Wann ein Stilwechsel nötig ist. Wann ich einen Wunsch sofort spielen sollte – und wann ich ihn besser für später aufhebe.

Ihr gebt mir die musikalischen Leitplanken. Den Weg durch den Abend finde ich gemeinsam mit euren Gästen.

Die perfekte Playlist entsteht erst auf der Party

Man kann einen Abend hervorragend vorbereiten.

Aber niemand kann Monate vorher exakt vorhersagen, welche Dynamik eine Party entwickeln wird.

Vielleicht funktioniert ein Song, von dem niemand etwas erwartet hat, plötzlich unglaublich gut. Vielleicht wollen die Gäste länger bei den Neunzigern bleiben. Vielleicht entwickelt sich spontan eine ganz andere Richtung.

Und genau deshalb würde ich niemals versuchen, eine komplette Party vorher Song für Song durchzuplanen.

Denn dann bräuchte man streng genommen keinen Event-DJ mehr. Dann könnte man einfach eine fertige Playlist abspielen.

Ein guter DJ bringt etwas anderes mit:

Er reagiert.

Auf Menschen. Auf Stimmung. Auf Wünsche. Auf den Moment.

Und wenn am Ende des Abends jemand zu mir kommt und sagt: „Du hast genau unsere Musik gespielt“, dann ist das für mich eines der schönsten Komplimente überhaupt.

Denn eigentlich war es gar nicht meine Musik. Es war ihre.

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Weiterlesen: Club-DJ oder Event-DJ?, Wie finde ich einen guten DJ? und mehr über meine Arbeit als Event-DJ oder DJ in Düsseldorf.

Eure Musik. Eure Party.

Erzählt mir, was ihr liebt – und was garantiert nicht laufen soll.

Den Rest entwickeln wir gemeinsam aus euren Wünschen, euren Gästen und dem Moment auf der Tanzfläche.

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